Heute ist ein Tag der Beziehung

Viele Beziehungen sind geprägt von alltäglichen Dramen und verhärteten Ritualen. Sie unterstützen den normalen Alltagswahnsinn. Ob das für die Beziehung förderlich ist weiß ich nicht – ich glaube für meine nicht. Es ist nicht geplant und trotzdem schleicht es sich ein, spätestens sobald die Schmetterlinge im Bauch verschwunden sind. Dieser schleichende Vorgang verhindert es auch zu erkennen. Es ist wie, wenn man ein Kind jeden Tag sieht merkt man auch nicht wie es wächst und gedeiht. Erst wenn man ein Foto betrachtet fällt es wie Schuppen von den Augen. Auch mein Kind wird erwachsen. Mit diesem erwachsen des Kindes wird die Beziehung der Eltern aufs Neue gefordert. Die gewohnten Rituale beginnen zu bröckeln. Neue Dramen stellen sich ein und spitzen sich zu bis zur Explosion. Ein Gewitter sondergleichen tobt. Nun bestehen mehrere Möglichkeiten damit umzugehen. Oft wird ein einfacher Weg gewählt wie beispielsweise versuchen auszugleichen und dem Anderen versuchen es recht zu machen. Ihr/Ihm die Wünsche noch mehr von den Augen abzulesen und noch präziser zu erfüllen. Das Ergebnis: Verstärkung der Dramen und Entfernung von sich selbst. Beginn der Schleife von neuem. Bis das Gewitter von einem Orkan begleitet wird, weil das Gewitter alleine nicht mehr reicht. Das Ende der Beziehung? Vielleicht. Was dann? Eine neue Beziehung, neue Dramen, neue Gewitter, neuer Orkan. Von vorne, nächste Runde. Nächste Verbitterung.

Ein anderer Weg ist Wohlwollen. Für mich bedeutet das: Für den anderen da sein, nicht seinen Mist aufzuräumen (innen und außen) sondern sich um den eigenen Müll zu kümmern. Die eigenen Schatten zu erkennen. Leicht gesagt ja. Leicht getan – nicht immer. In einer Beziehung verschmilzt über die Jahre vieles und man erkennt sich kaum als eigenes Wesen wieder. Dann wird die Beziehung und das darin herrschende Drama als gleich angesehen. Somit ist ein erster Schritt sich selbst wahrzunehmen, sich aus dem Drama zu lösen. Von einer anderen Ebene zu sehen und beobachten. Immer weniger Worte zu wählen. Aber was bleibt von einer Beziehung, die von Dramen gekennzeichnet ist, wenn das Drama verabschiedet wird? Zwei meist unterschiedliche Menschen, die auf ihre ganz persönliche Weise ihren eigenen Weg gehen. Ihren eigenen Weg auf ihre Weise unter Wohlwollen des anderen. Was passiert dann? Dann bekommt die Beziehung eine neue Basis. Eine Basis von Vertrauen. Vertrauen drauf, dass der andere seinen Weg alleine und unabhängig gehen kann. Nicht auf Hilfe angewiesen ist und Wohlwollen des Anderen gerne annimmt. So entsteht eine neue Basis der gegenseitigen unabhängigen Unterstützung und bedingungslosen Liebe. Eine neue Gesprächsbasis auf Ehrlichkeit und Glauben. Glauben an sich selbst und die Beziehung. Es entsteht ein neuer Mut, eine neue Klarheit. Mut sich selbst zu vertrauen, man selbst zu sein und das auch nach außen zu zeigen.

Wann ist jetzt der richtige Zeitpunkt den Weg des Wohlwollens sich selbst und dem Partner gegenüber zu gehen? Jetzt oder beim nächsten Orkan? Diese Entscheidung bleibt jeden frei, ich kann dazu nur ermutigen.

Alles Liebe!

Karoline Hinterreiter

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